Nach Le Mans ist die WEC in der Eifel

An diesem Wochenende trifft sich die Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring. In der Eifel absolviert die WEC ihren vierten Lauf. Dieser ist der nach dem Jahres-Highlight in Le Mans. Auch hier sind bis auf den dritten LMP1-Toyota alle Fahrzeuge am Start, die auch in Frankreich fuhren. Mit Spannung wird wieder das Duell zwischen Porsche und Toyota erwartet. Die Stuttgarter verbauen erstmals das Low-Downforce-Paket an ihre beiden Prototypen. Die Japaner schraubten dieses bereits beim Saison-Auftakt in Silverstone an, verfügen also schon über Erfahrungen mit ebendiesem. Porsche wiederum ließ die Aerodynamik-Teile erst nach dem 24-Stunden-Rennen von der FIA homologieren. Unterhalb der Nürburg rollen alle LMP1-Autos mit dem Aero-Paket für kurvige Strecken an den Start. Ist dieser erfolgt, gilt es nach sechs Stunden der Schnellste gewesen zu sein. In der GTE bleibt noch zu beachten, dass Aston Martin trotz seines Le-Mans-Sieg zwanzig Kilogramm ausladen darf. Die Konkurrenz von Ford hingegen muß dieselbe Masse in ihre GTs einladen.

Erwartet wird erneut ein hochklassiges Event mit über 60.000 Zuschauern beim Rennen. Anschließend zieht die WEC weiter nach Mexiko und bestreitet in diesem Jahr keinen Lauf mehr auf europäischem Boden. Trotz der Siege in Rennen eins und zwei des Toyotas von Sebastien Buemi, Kazuki Nakajima und Anthony Davidson führt der Porsche mit der Startnummer zwei. Durch den Sieg an der Sarthe, für den es die doppelte Punktzahl gab, liegen Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley an der Tabellenspitze.

Mercedes-AMG 2018 in Le Mans

Die 85. Auflage des Langstreckenklassikers im französischen Süden ist Geschichte, doch die Nachrichten im Anschluss sind teils erschreckend. So hieß es wenige Tage nach dem Rennen Toyota würde aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft aussteigen. Dies wurde zwar mittlerweile dementiert, jedoch machen jetzt aktuell Gerüchte die Runde, Porsche werde sein LMP1-Engagement zum Ende diesen Jahres beenden. Es spricht derzeit mehr dafür als dagegen. Während die große Prototypen-Kategorie also kurz vor dem Ende stehen könnte, boomt die GTE-Klasse. Hier duellieren sich mit Aston Martin, Corvette (nur in Le Mans), Ford, Ferrari und Porsche vier, beim Jahres-Highlight fünf Marken. Im nächsten Jahr kommt BMW dazu, McLaren sowie Lamborghini zeigen grosses Interesse und planen ihre Einstiege für 2019 und 2020. Beim diesjährigen 24-Stunden-Rennen an der Sarthe lagen die GTE-Autos in der Pro-Kategorie nach über 23 Stunden so dicht beisammen, dass der Rennausgang nicht vorhersehbar war. Die zu dem Zeitpunkt in Führung liegende Corvette wurde am Ende nur Dritte hinter einem Ford GT. Gewonnen wurde das Rennen zweimal rund um die Uhr von Aston Martin. Der britische Sportwagen mit der Bezeichnung ‚Vantage GTE‘ fährt dieses Jahr seinen letzte Saison in der WEC.

Das siegreiche Fahrzeug bekommt 2018 einen Nachfolger. Der britische Sportwagen-Konstrukteur hat sich Anfang diesen Jahres für fünf weitere Jahre zur Langstrecken-Weltmeisterschaft bekannt. Bis einschließlich 2021 soll der neue Aston Martin Vantage, der auf einer verkürzten Plattform des neuen DB11-Modells basiert, für Siege sorgen. Dieser soll Ende diesen Jahres offiziell präsentiert werden. Aktuell befindet sich das neue GTE-Auto mitten in der Testphase und soll im August die ersten Testfahrten absolvieren. Wie schon Ford und Ferrari, momentan auch BMW, entwickeln auch die Engländer das Straßen- und das Rennfahrzeug parallel.

Seit Dezember 2013 gehören Mercedes-AMG fünf Prozent der britischen Sportwagenschmiede. Dies hat zur Folge, dass ab kommender Saison im Aston Martin Vantage GTE ein Motor aus Stuttgart für schnellen Vortrieb sorgt. Dies wird allerdings nicht der aus dem GT vermutete 6,3-Liter-Sauger, sondern ein V8-Biturbo mit 4,0 Liter Hubraum. Somit ist dann also auch Mercedes-AMG, obwohl der Stern nie zu sehen sein wird, in den Kampf der Weltmeisterschaftskrone in der GTE-Kategorie involviert.

Wieder mehr GT3-Autos am Start

Am Samstag trägt die VLN auf der Nordschleife des Nürburgrings ihren vierten Saisonlauf aus. Nachdem beim Rennen vor zwei Wochen nur acht GT3-Autos am Start standen, zählt die Klasse SP9 für die 48. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy drei Fahrzeuge mehr. Positiv anzusehen ist die Teilnahme von Falken Motorsport. Sie kommen sowohl mit ihrem Porsche als auch mit dem BMW M6. Ebenfalls wieder dabei die Mannschaft rund um Henry Walkenhorst. Auch sie haben wieder alle drei Autos in ihren Renntransportern. Nachdem beim dritten Lauf kein einziger GT3-BMW zugegen war, sind es bei dem Team aus der Nähe von Osnabrück wieder die beiden M6 sowie der Z4. Frikadelli Racing setzt erneut ihre beiden Porsche 911 GT3 R ein. In der Startnummer 31 wird Norbert Siedler von Frank Stippler unterstützt. Der 37-jährige arbeitet seit 2004 für Audi und startete in den letzten Jahren erfolgreich für Phoenix Racing. Die weiteren Teilnehmer in der Klasse SP9 sind zwei Porsche aus dem Hause Manthey Racing, der einzige Mercedes, wie schon beim dritten Lauf von Landgraf Motorsport und der Sieger aus ebendiesem Rennen, der Wochenspiegel-Ferrari 488 GT3. Die beiden SCG003 der Scuderia Cameron Glickenhaus sind wieder nicht am Start, genauso wie die Bentleys von Abt, denen man im Vorfeld eine sich positiv auswirkende BoP-Änderung zugestand. Leider ist auch kein einziger Audi R8 LMS vertreten. Grund dafür ist eine Änderung der BoP-Einstufung, welche den Ingolstädter Sportwagen ein einbremst. Bleibt als einziges noch der Renault RS.0.1, der das Tempo der GT3-Autos noch mitbalten kann.

Mehr Breiten- als Profisport beim 3. VLN-Lauf

Am kommenden Samstag startet auf dem Nürburgring die VLN Langstrecken-Meisterschaft zum dritten Saisonlauf. Die Teilnehmerzahl ist beim Rennen nach dem 24h-Rennen bekanntermaßen immer etwas geringer. Diesmal sind es 146 eingeschriebene Fahrzeuge, wovon die meisten die der Klasse ‚Cup5‘ sind. Hier starten nicht weniger als zwanzig der identischen ‚BMW 235i Racing Cup‘-Autos. Darüber hinaus weist die Starterliste viele Fahrzeugen in den Klassen der Produktionswagen auf. Sowohl die Klasse V4 als auch die V5 zählt über ein Dutzend.

Erschreckend fällt jedoch auf, dass nur acht GT3-Autos beim 59. ADAC ACAS H&R-Cup am Start stehen werden. Darunter sind vier Porsche: beide Frikadelli-Autos und zwei von Manthey-Racing. Die gleiche Anzahl Fahrzeuge verteilt sich auf einen Mercedes AMG von Landgraf Motorsport, einen Land-Audi R8, den Wochenspiegel-Ferrari und den BMW Z4 von Walkenhorst Motorsport. Den Mittelmotor-Sportwagen lässt Wolfgang Land diesmal von Jeffrey Schmidt und Michael Ammermüller pilotieren. Der 31-jährige konnte in dieser Saison die ersten drei Läufe zum ‚Porsche Supercup‘ allesamt für sich entscheiden und führt folglich dort die Tabelle an. In dem etwas betagten BMW nimmt erneut Claudia Hürtgen hinterm Lenkrad Platz. Von den zehn BMW M6, die beim Rennen zweimal um die Uhr starteten, fehlt heuer jede Spur. Ebenso nicht dabei sein werden Teams wie Black Falcon, HTP Motorsport, Abt Sportsline, Phoenix Racing und Haribo Racing. Auch die beiden Prototypen der Scuderia Cameron Glickenhaus, die das 24h-Rennen in den ersten Runden dominierten, treten nicht an. Allerdings wird der Renault R.S.01 aus der SPX-Kategorie wieder am Start sein und mit ihm in der selben Klasse der Porsche Cayman aus dem Hause Manthey Racing. Beide Autos sollen weiter verbessert werden und dafür Rennrunden abspulen und Daten sammeln. Für die VLN heisst es also an diesem Wochenende wieder mehr Breiten- als Profisport. 

24-Stunden-Rennen Le Mans

An diesem Wochenende findet ein weiteres, wenn nicht gar das Highlight des Jahres im Motorsport statt. Am Samstag Nachmittag startet die 85. Auflage des 24-Stunden-Rennens von Le Mans. Die Veranstaltung ist bereits in vollem Gange, die ersten Trainings und Qualifyings absolviert. Mittlerweile sollten alle Details, Änderungen und Neuerungen bekannt sein. In der Top-Kategorie LMP1 stehen dieses Jahr nur sechs Fahrzeuge am Start. Toyota hat die drei Prototypen, die in Spa schon fuhren, nach Frankreich transportiert, Porsche halt mit seinen zwei Autos dagegen. Ein rein privater Einsatz ist der des ohne Hybrid-Technik fahrenden CLM P1/01 vom ByKolles-Team. Der LMP1 von Colin Kolles wird in dieser Saison von einem Nissan-Motor befeuert. Den sechs schnellsten Autos folgen die LMP2-Prototypen, von denen sich im gesamten Feld die meisten befinden. Nach diversen Reglement-Änderungen zu diesem Jahr werden die kleinen LMPs auf fast ähnlichem Geschwindigkeits-Niveau erwartet wie die Großen. Desweiteren werden wie auch in den Vorjahren dahinter die GT-Autos um den Sieg in ihrer jeweiligen Kategorie kämpfen. Dies sind zum einen die Klasse GTLM-Pro mit den teilnehmenden Werksmannschaften von Ford, Ferrari, Porsche, Aston Martin und Corvette. Letztere nimmt nicht an den Läufen zur WEC teil, duelliert sich aber gegen die genannten Marken in der amerikanischen IMSA. Als vierte Kategorie seien noch die GT-Autos der Amateure zu nennen. Hier starten bis auf Ford alle Marken, die auch in der Klasse der Profis zu finden sind und das Art-Car, die Corvette C7.R von Labré Competition. Die Fahrzeuge in der GTLM-Am-Klasse müssen mindestens ein Jahr alt sein. Ein Experimental-Auto aus der 56. Garage gibt es nicht. 

Es wird ein extrem enges Rennen an der Spitze in der LMP1-Klasse erwartet. Die Stuttgarter peilen mit dem dritten Sieg in Folge den Hattrick an, die Japaner möchten das Desaster aus dem letzten Jahr vergessen machen. Bei den LMP2 gilt das Alpine-Team als Favorit, bei den GTs bleibt zu hoffen, dass die Balance of Performance optimal funktioniert. Start des Rennens zweimal um die Uhr beginnt am Samstag um 15:00 Uhr und wird erneut von Eurosport in voller Länge live übertragen.

Das ADAC GT Masters in Österreich

Am bevorstehenden Wochenende stehen die Saisionläufe Nummer fünf und sechs im ADAC GT Masters an. Diese werden auf dem Red-Bull-Ring in Österreich ausgetragen. Diese Veranstaltung ist die ersten von zwei Auslandsauftritten der deutschen GT3-Serie. Trotz extremer Ausgeglichenheit des gesamten Starterfeldes dürfte auf dem Kurs in der Steiermark die Corvette C7 GT3-R ganz vorne mitspielen. Denn auf der Rennstrecke von Red-Bull-Chef Didi Mateschitz ist viel Leistung beim Rausbeschleunigen aus den 90°-Kurven auf die langen Geraden nötig. Davon hat die amerikanische Sportwagenikone in ihren acht Töpfen womöglich mehr als reichlich. Im Vorjahr konnten Daniel Keilwitz und Jules Gounon den Sonntagslauf als Erste beenden.

Nach dem Sieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring vor zwei Wochen möchten aber auch die amtierenden Meister des ADAC GT Masters ihren ersten Sieg in diesem Jahr einfahren. Alle vier in der Eifel siegreichen Piloten sind am Wochende wieder im GT Masters aktiv. Auch Kelvin van der Linde und Markus Winkelhock würden sich über ein tolles Ergebnis auf dem Formel1-Kurs freuen.

Mit Lucas Auer wird ein neuer Name in der Teilnehmerliste des GT Masters auftauchen. Er ist aktuell Fahrer in der DTM und führt dort zur Zeit die Tabelle an. Der Neffe von Gerhard Berger startet im Team BWT Mücke Motorsport und sitzt dort in einem Mercedes-AMG GT3. Der 26-jährige Österreicher teilt sich die Arbeit hinterm Lenkrad mit Sebastian Asch und ersetzt somit Stefan Mücke, dem Sohn des Teamchefs. Dieser weilt  bereits in Le Mans und bereitet sich auf das 24h-Rennen nächste Woche vor. Dann in einem Ford GT in der GTE-Pro-Kategorie als Ford-Werksfahrer.

Ebenfalls neu auf der Entry-List wird ein zweiter BMW M6 GT3 sein. Dieser wird von der tschechischen Mannschaft Senkyr Motorsport eingesetzt, die bereits 2015 an vier Rennwochenende im ADAC GT Masters mit einem BMW Z4 GT3 teilnahmen. Der Gaststart soll eine Standortbestimmung sein, um im kommenden Jahr in einer internationalen Serie wie der Blancpain GT Series oder der GT Open zu fahren.

Beide Rennen werden wie gewohnt live bei Sport1 und im Livestream zu sehen sein. Eingeschaltet werden sollte Samstag wie Sonntag um 13:00 Uhr, um nichts zu verpassen.

24-Stunden-Rennen Nürburgring

Es ist wieder soweit! An diesem Wochenende findet zum 45. Mal das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring statt. Bis auf die Mercedes-Arena wird die gesamte Strecke, bestehend aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife, befahren. Der „Hauck-Haken“ dient wie schon in den Jahren zuvor als Fahrerlager für die ’24-Stunden-Classics‘. Auch diesmal werden wieder über 200.000 Zuschauer erwartet. Die meisten von ihnen sind bereits am Ort des Geschehens eingetroffen und haben ihre Lager auf den Wiesen und Campingplätzen rund um die Rennstrecke aufgebaut. Heute begann für sie mit dem ‚Adenauer Racing Day‘ das Programm. Am Nachmittag präsentierten alle Teilnehmer ihre Fahrzeuge in dem kleinen Ort am Rande des Rings indem sie diesen durchfuhren. Morgen Nachmittag geht es auf der Strecke mit dem ersten freien Training los. Am Abend folgt dann das erste Qualifying, welches bis eine halbe Stunde vor Mitternacht andauert. Am Freitag Morgen steht das zweite Qualifying an. Abends gehen dann die siebzehn bereits qualifizierten und die Schnellsten der beiden Qualifikation-Sessions ins Top-30-Qualifying. Die Autos die bereits qualifiziert sind werden weiter unten nochmal aufgeführt. Am frühen Morgen des Samstags ist die Boxengasse am Ende letztmalig vor dem Rennen zweimal um die Uhr zum Warm-up geöffnet.

Hier eine Übersicht der Teilnehmer des Top-30-Qualifyings:

Team | Auto | Fahrer

Manthey-Racing | Porsche 991 GT3 R | Frédéric Makowiecki

Falken Motorsports | Porsche 991 GT3 R | Martin Ragginger

W Racing Team | Audi R8 LMS | Robin Frijns

Manthey-Racing | Porsche 991 GT3 R | Mathieu Jaminet

Frikadelli Racing | Porsche 991 GT3 R | Michael Christensen

Haribo Racing | Mercedes-AMG GT3 | Maximilian Götz

HTP Motorsport | Mercedes-AMG GT3 | Christian Hohenadel

Scuderia Cameron Glickenhaus | SCG003C | Felipe Fernández Laser

Walkenhorst Motorsport | BMW M6 GT3 | Christian Krognes

Manthey-Racing | Porsche 991 GT3 R | Sven Müller

Black Falcon | Mercedes-AMG GT3 | Maro Engel

Falken Motorsports | BMW M6 GT3 | Stef Dusseldorp

Scuderia Cameron Glickenhaus | SCG003C | Jeff Westphal

Phoenix Racing | Audi R8 LMS | Mike Rockenfeller

Team Schnitzer | BMW M6 GT3 | Marco Wittmann

Team Abt | Bentley Continental GT3 | Christopher Brück

Land Motorsport | Audi R8 LMS | Christopher Mies

W Racing Team | Audi R8 LMS | Nico Müller

WTM Racing | Ferrari 488 GT3 | Jochen Krumbach

Black Falcon | Mercedes-AMG GT3 | Adam Christodoulou

Team Schnitzer | BMW M6 GT3 | Augusto Farfus

Land Motorsport | Audi R8 LMS | Connor De Phillippi

Team Abt | Bentley Continental GT3 | Christian Mamerow

Black Falcon | Mercedes-AMG GT3 | Daniel Juncadella

HTP Motorsport | Mercedes-AMG GT3 | Maximilian Buhk

Rowe Racing | BMW M6 GT3 | Alexander Sims

Rowe Racing | BMW M6 GT3 | Philipp Eng

Schubert Motorsport | BMW M6 GT3 | Jesse Krohn

Team Abt | Bentley Continental GT3 | Maxime Soulet

HTP Motorsport | Mercedes-AMG GT3 | Indy Dontje

Bis auf die zwei Fahrzeuge der Scuderia Cameron Glickenhaus, die in der SPX-Klasse gemeldet sind, handelt es sich bei den restlichen Teilnehmern des Top-30-Qualifyings um GT3-Autos. Die Entry-List zählt insgesamt 34 Rennboliden in der Klasse SP9. Es fehlen also drei BMW M6 GT3 und ebenfalls drei Mercedes AMG GT3. Obwohl diese sechs auch zu den Schnellsten gehören, bekommen sie keine blaue Lampe. Denn nur die ersten dreißig Autos bekommen dieses begehrte Accessoires in die Windschutzscheibe.

Die DTM zu Besuch beim ADAC GT Masters

So oder umgekehrt lässt sich das kommende Wochenende wohl umschreiben. Denn das ADAC GT Masters gastiert auf dem Lausitzring. Dort werden die Läufe drei und vier ausgetragen. Die zweite Veranstaltung der aktuellen Saison ist insofern etwas besonderes, da diese zusammen mit der DTM stattfindet. Die Tourenwagen-Serie und die Sportwagen-Serie bestreiten je ein Rennen am Samstag und eines am Sonntag. Das Motorsport-Festival findet nach großen Zuspruch im vergangenen Jahr zum zweiten Mal statt und ist erst das vierte Mal, dass DTM und GT Masters am gleichen Wochenende auf der selben Strecke ihre Rennen fahren. 

Viele GT-Masters-Piloten sind auch schon in der DTM an den Start gegangen. Maximilian Götz beispielsweise, Champion im Jahre 2012, kehrte in diesem Jahr nach zwei Jahren in der DTM zurück ins GT Masters. Oder Rahel Frey, die einige Jahre in der deutschen Tourenwagen-Serie einen Audi A4 pilotierte, ehe sie bei Yaco Racing in den R8 LMS stieg.

Nicht nur viele Fahrer, sondern auch ganze Mannschaften kennen die DTM von vorher. Das Team von Peter Mücke startet in diesem Jahr erstmals mit gleich drei Sportwagen im GT Masters. Ebenfalls die Premieren-Saison in der deutschen GT3-Serie ist es für das BMW Team Schnitzer. Die Mannschaft rund um Charly Lamm setzt zwar derzeit nur den einzigen M6 GT3 ein, jedoch konnte dieser beim zweiten Lauf schon einen Sieg gutschreiben. 

Um den Sieg oder gar Siege geht es natürlich den Meisten. Das Grasser Racing Team möchte seinen ersten Erfolg einfahren. In der Blancpain GT Endurance Series blickt man nach vier absolvierten Rennen auf drei Siege zurück. Der beste Lamborghini Huracán in der Meisterschaftstabelle ist einer von HB Racing auf Platz neun. Ebenfalls Handlungsbedarf dürfte bei den Titelverteidigern aus dem Rennstall von Wolfgang Land bestehen. Christopher Mies und Connor de Phillippi belegen aktuell nur den siebten Tabellenplatz. Keiner der beiden stark vertretenen Fahrzeug-Typen konnte eines der ersten beiden Rennen gewinnen. Es geht also spannend weiter. Ob Porsche nach Änderungen der BoP immer noch vorne mitmischt? Und ob BMW seinen Sieg wiederholen kann? Oder ob andere Marken die Siegerlisten auflockern? Beide Läufe inklusive den vorangegangenen Qualifyings werden wie gewohnt live bei Sport1 und im Stream zu sehen sein.

Fortsetzung zum Saisonstart des ADAC GT Masters

… Die Zwillinge Marc und Dennis Busch, die ihren Audi R8 LMS einige Jahre in der VLN einsetzten, haben also ihr Betätigungsfeld gewechselt. Außerdem ist ihr Unternehmen neuer Serien-Sponsor. Jedes Fahrzeug im GT Masters trägt das Firmenlogo auf den seitlichen Endplatten des Heckflügels. Ebenfalls neu in der deutschen GT3-Serie ist das aus der DTM bekannte Team von Peter Mücke. Er bringt sofort drei Autos an den Start, zwei davon tragen die vier Ringe auf der Haube. Je zwei weitere Audis kommen von der Audi Sport Racing academy, von Aust Motorsport und von Land Motorsport. Hinter den Lenkrädern der Ingolstädter Sportwagen sitzen Meister wie Connor de Phillippi, Christopher Mies, Christopher Haase und Kelvin van der Linde.  Der Lamborghini Huracán wird im Jahr 2017 mit acht Autos zweitstärkster Vertreter sein. Die Mannschaft von HB Racing hat gleich drei der italienischen Mittelmotor-Sportwagen gemeldet, einer pilotiert von Norbert Siedler, bekannt aus einigen Porsche-Cockpits. Die selbe Anzahl an Fahrzeugen stehen vom GRT Grasser Team auf der Nennliste, zwei kommen wieder von Attemto Racing. Das GT3-Fahrzeug, von dem im Vorjahr nur das Team Zakspeed zwei an den Start rollte, wird heuer fünf Mal zu sehen sein. Die Meister von 2015 sind erneut mit ihren beiden Mercedes AMG GT3 zugegen. Einen weiteren hat das Team Mücke Motorsport neben ihren beiden Audis im Renntransporter. Und HTP Motorsport ist wieder zurück. Nach  dem einen Jahr mit Bentley und einem Jahr Abstinenz sind wieder zwei der AMG-Sportcoupés Einsatzgerät. Die Sportwagen-Ikone aus Stuttgart wird vier mal im Feld des ADAC GT Masters zu sehen sein. Die Mannschaft rund um Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard stockt in diesem Jahr auf. Sie setzt nach der erfolgreichen Premieren-Saison zwei 911 GT3 R ein. Nur einen bringt Herberth Motorsport in die Magdeburger Börde, einen weiteren erneut Schütz Motorsport. Mit einer Corvette C7 GT3-R, welche von Callaway Competition gänzlich ohne Werksunterstützung entwickelt und aufgebaut wird, versuchen die Vize-Meister des Vorjahres ihren letztjährigen Tabellenplatz zu verbessern. Ein zweites Auto dieser Marke, jedoch jetzt vom aktuellen Typ, bringt RWT Racing mit zur ersten Veranstaltung. Ebenfalls zwei Fahrzeuge hat MRS GT-Racing in die Teilnehmerliste einschreiben lassen. In Ochersleben wird allerdings nur einer ihrer Nissan GT-R Nismo GT3 am Start stehen. Die Arbeit am Lenkrad erledigt Remo Lips und der ebenfalls aus Porsche-Dienste bekannte Patrick Huismann. Als Einzelkämpfer darf wohl der einzige BMW M6 GT3 im Feld bezeichnet werden. Allerdings steht hinter diesem Einsatz die DTM-erfahrene Mannschaft vom BMW-Team Schnitzer. 

Somit stehen in der elften Saison erneut über 30 GT3-Autos am Start. Das ADAC GT Masters ist die einzige aller GT3-Serien auf nationaler Ebene, die ihr Starterfeld nicht mit Fahrzeugen anderer Klassen auffüllen muß. In allen anderen Ländern ist das Interesse in den letzten Jahren zurück gegangen. In Frankreich beispielsweise mischen mittlerweile einige LMP3-Prototypen mit, damit die französische GT-Meisterschaft bestehen bleiben kann. In England sind es GT4-Autos, die den Fortbestand der Serie garantieren. In Deutschland gibt es für interessierte Rennställe sogar noch eine weitere Möglichkeit, einen GT3 fahren zu lassen. Die Klasse SP9 in der VLN Langstrecken-Meisterschaft für eben jene Fahrzeuge ist seit mehreren Jahren eine der, wenn nicht sogar die bestbesetzte Klasse auf der Nordschleife des Nürburgrings. Und das auch noch bei den Läufen nach dem 24-Stunden-Rennen.

gt-drei.de unterwegs 

Leider konnte der Bericht zum Start der GT-Masters-Saison 2017 nicht rechtzeitig fertiggestellt werden. Grund dafür ist, wie auf dem Bild zu sehen, eine terminliche Überschneidung, die es mir nicht zuließ, den Artikel zu beenden.

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